GEBRAUCHSANWEISUNG

 

Widmung

 

Diese Webseite ist allen einfachen, redlichen Menschen gewidmet, die sich aufraffen und mit der Teilnahme an Kundgebungen und Demonstrationen ihre Meinung vertreten. Den Menschen, die über ihren privaten, vielfach stressigen Alltag mit den unendlichen Mühen in ihrem Beruf und ihrer Familie hinausdenken und sich demokratisch einsetzen. Die dafür von den Medien mit bösartigem und ehrabschneidendem Unrat beworfen werden. Und die trotzdem unbeirrt und unverdrossen ihre Meinung als aufrechte Bürger dieses Landes friedlich auf die Straßen tragen. Diesen Menschen gehören unser Respekt und unsere Liebe und diese Webseite.

 

Mission Statement

 

Angenommen, ich hätte eine Erfahrung, ähnlich einem Erwachen ...
Ludwig Wittgenstein

Es kommt nur darauf an, irgendwo zu beginnen, nicht, am Anfang zu beginnen: da es ja keinen Anfang gibt.
Ludwig Hohl

Nicht versuchen sollst du. Machen musst du, oder nicht machen. Es gibt kein Versuchen.
Yoda in »Star Wars«

Es sind immer Gefängniswände, in die man die Sprüchlein seiner Hoffnung kritzelt.
Georg K. Glaser

Die Idioten sagen: Es gibt keine Wahrheit! weil sie zu faul sind, sie zu erkämpfen.
Ludwig Hohl

Aber dieser Mensch, der von seinem eigenen Traum verschlungen wird, weiß bestimmt, daß dieser Traum nur durch seinen Willen besteht.
Jean-Paul Sartre

 

 

 

 

Liebe Leser, Nutzer und Besucher,

das Schönste an einem Projekt ist – während man im Bewußtsein, es gäbe jetzt kein Zurück mehr, die letzten Handgriffe tätigt, hier ein bißchen zuckelt und dort ein wenig ruckelt und die Zyancalikapsel bereitlegt … dass man dann ein Mission Statement schreibt, wo man nochmal sein letztes Herzblut vergießt, das noch nicht vom Projekt wie Löschpapier aufgesogen wurde, wo man erklärt und begründet und Wichtiges und Grundsätzliches erörtert und vorbeihuschende Leser mit der Nase auf das Projekt stubsen möchte …

Zuerst aber einen Dank an alle Herausgeber, Chefredakteure, Betreiber und Rechteinhaber, die aufgrund einer enthusiastischen Mail manchmal innerhalb weniger Stunden eine Zusage sandten, auf Medienfackel mit ein paar Zeilen vertreten sein zu wollen. Nur ihrer ermunternden Bereitschaft ist es zu verdanken, dass aus einer Idee eine Webseite wurde. Denn wir sind ja keine Piraten, die sich fremdes Eigentum aneignen.

Vor ein paar weiteren Erklärungen soll das Wort direkt an die Nutzer, Leser und Besucher von Medienfackel gerichtet sein:

Nehmen Sie diese Webseite als Geschenk an.

Sie werden wahrscheinlich nicht mit jedem Artikel übereinstimmen, der Ihnen hier angeboten wird. Sie haben sicherlich zu vielem eine andere Meinung. Und sicherlich gefällt Ihnen das eine oder andere Medium hier nicht. Wir haben aber die Auswahl nach bestem Wissen und Gewissen getroffen und möchten auf diesem Portal genau eines nicht: uns ständig distanzieren.

Denn wir nehmen hier die Meinungsfreiheit ernst. Wir möchten Sie unterstützen, wenn Sie die Fülle an Informationen durchkämmen, um informiert zu sein. Wir freuen uns, wenn Ihnen die Medienfackel gefällt und bei Ihrer täglichen Orientierung nützlich ist.

Wenn Sie etwas Bestimmtes vermissen, schreiben Sie uns gern an leserpost@medienfackel.de. Wir werden das einzigartige Projekt Medienfackel ständig aktualisieren, verbessern und ausbauen. Und wenn Sie die Pluspunkte von Medienfackel schätzen, dann denken Sie auch an aufgeschlossene Freunde, Bekannte und Kollegen: empfehlen Sie die Webseite Medienfackel gern weiter.

Hier also noch ein paar Gedanken, die hinter dem kleinen Schalter Gebrauchsanweisung versteckt bleiben, bis ein Neugieriger sich darein verirrt …

Natürlich zu:

Was ist das?

Was soll das?

Und – dürfen die das überhaupt?

Vielleicht kennen Sie den Satz von Mark Twain:

»Wenn du keine Zeitungen liest, bist du uninformiert,
wenn du die Zeitungen liest, bist du desinformiert.« —

Wir kommen deshalb nicht umhin, hier etwas zum Begriff der Gegenöffentlichkeit zu sagen. Gegenöffentlichkeit ist seit den 1970er Jahren – haben wir uns sagen lassen und man kann es nachlesen – ein wichtiger Begriff. Und wir beziehen uns ja mit der Aussage Medienfackel – Das Portal zur Gegenöffentlichkeit darauf. Zwei Sätze aus Wikipedia und einige Zitate aus medientheoretischen Schriften sollen hier einen Eindruck vermitteln:

»Der Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten (ID) erschien ab 1973 in Frankfurt am Main als Wochenzeitung bei einer Startauflage von 500 Exemplaren und wurde 1981 eingestellt. (…) Selbstverständnis der Zeitung war Berichterstattung ‚von unten‘, bei geringer redaktioneller Nachbearbeitung. (…) Als alternative Nachrichtenagentur war der ID fester Bestandteil in der alternativen Presse der 1970er Jahre, und die Texte wurden vielfach von anderen Kleinzeitungen nachgedruckt.« — Wikipedia

»Gegenöffentlichkeit beschreibt eine Form gesellschaftlicher Aktivität, die sich strukturell als Gegenpol einer Öffentlichkeit definiert. Dabei geht ihre Formierung und Gestaltung von der Annahme aus, dass in einem öffentlichen Kontext dargestellte Aussagen einer Gegenartikulation bedürfen.« — Wikipedia

»Wir nutzen Gegenöffentlichkeiten, weil wir die Erfahrung machen, dass wir uns in der jeweils herrschenden Öffentlichkeit nicht durchsetzen können und nicht gehört werden.« — Spehr (2001)

»Gegenöffentlichkeit in der Studenten- und Schülerbewegung, das ist vorerst nurmehr [sic!] ein Gegenbegriff gegenüber einer von Massenmedien und politischen Autoritäten manipulierten Öffentlichkeit.« — Stamm (1988)

»Gegenöffentlichkeit meint eine gegen eine hegemoniale Öffentlichkeit gerichtete Teilöffentlichkeit, die um einen spezifischen gesellschaftlichen Diskurs oder Standpunkt herum strukturiert ist.« — Krotz (1998)

»Neben den verschiedenen Protest-, Subversions- und Kollaborationsformen erleichtern die neuen Internet-Anwendungen v. a. die Artikulation der Akteure aus dem Spektrum der Gegenöffentlichkeit.« — Engesser/Wimmer (2009)

Was vor fünfzig Jahren aber die legitime Auseinandersetzung um linke Gegenöffentlichkeit war, ist nun umgeschlagen. Mit derselben schönen Berechtigung wie damals beim Kampf der Linken führen heute die Rechten ihren Kampf um rechte Gegenöffentlichkeit. Vor einem halben Jahrhundert waren es noch der schwarze Mainstream und der böse Medienmogul („Enteignet Springer!“), die die aufmüpfigen Revolutionäre hinderten, in Zeitungen und Sendern zu Wort zu kommen. Die spiegelverkehrte Auseinandersetzung dieser Tage geht nun darum, dass sich konservative und rechte Medien Gehör verschaffen wollen. Der kulturmarxistische „Marsch in die Institutionen“ hat über eine Dominanz zu einer Hegemonie geführt, die von den herrschenden Akteuren als normal empfunden wird. Und alles andere wird nach Möglichkeit plattgemacht.

Erinnert sei nur an die Frankfurter Buchmesse vor wenigen Jahren, wo unter 7.500 ausstellenden Verlagen und Medienunternehmen – und was für Giganten! mit was für Millionen-Auflagen! – ein Häufchen von vier Verlagen als Aussätzige behandelt und in Randkorridore abgedrängt wurden, wohin noch Meuten von Krakeelern geschleust wurden, die Gespräche über die angebotene Literatur zum Gerangel und Geboxe werden ließen.

Erinnert sei auch an diese Begebenheit: Der libertäre Youtuber Charly Krüger wurde gefeuert. Ihm wurde sein Job als einfacher Mitarbeiter in einem Biomarkt gekündigt, weil er sich in seinem Privatbereich – nicht in seinem Job – politisch äußert. Seine persönliche Erfahrung:

»Linke und Grüne können es nicht aushalten,
wenn du einfach ´ne andere Meinung hast als die.«

Man versucht, Meinungen zu unterdrücken, Andersdenkende persönlich anzugreifen, einzuschüchtern und fertigzumachen. Jeder weiß es, jeder kennt solche Beispiele.

Wir vertreten trotzdem unsere Meinung und geben hier anderen Meinungen Raum. Bei uns, bei Medienfackel, kommen Medien der Gegenöffentlichkeit ganz bewußt und natürlich in der ersten Reihe vor, weil wir uns im Dienste der Nutzer der Webseite sehen, die einen Anspruch auf die vollständige Breite der Informationen haben.

Wir stellen fest, dass Inhalte, die mit einem gewissen Vorrang – um das mal sehr behutsam zu umschreiben – durch die linke Medienmacht verbreitet werden, nicht im selben Maße wie ihre edlen Verkündungen den Anspruch auf Gültigkeit und Wahrhaftigkeit – oder, um es mit den Worten aus dem Disclaimer zu sagen: Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit – erfüllen. Wir stellen systematische Lücken und Verzerrungen fest. Haben Sie es nicht auch gemerkt? Von Meinungsvielfalt und Meinungspluralismus ist schon lange keine Rede mehr.

Doch wir machen in Verwirklichung der demokratischen Verfaßtheit dieser Republik den Anspruch geltend, dass Leser, Seher und Nutzer Bürger sind, die Wahlentscheidungen treffen, um das Staatsschiff auf den richtigen Kurs zu lenken. Dazu müssen sie richtig und zutreffend informiert werden und sich ihre Meinung bilden können.

Dieser ganze Sermon ist eigentlich trivial und wird von jeder Landeszentrale für politische Bildung viel schöner formuliert. Die Realität sieht aber freilich anders aus.

Wir behaupten, dass ohne die Nutzung komplementärer Medienangebote die systematische Verzerrung in den etablierten oder „Qualitäts“-Medien gar nicht verstanden werden kann. Es gibt zu den Tricks der Mainstreammedien eine Menge aufklärender Literatur, hier sollen nur kurz die Stichwort Wording, Framing und Nudging genannt sein.

Wer nur aus dem Hauptstrom trinkt, versteht die Welt nicht mehr und ertrinkt. Deshalb bieten wir hier mit Medienfackel einen Blick auf andere Angebote. Wenn Sie das auch als einen Beitrag zur Gegenöffentlichkeit ansehen, dann bitteschön.

 

»Aber zwischen den Zeilen
kam es aus jeder Pore ...«


Wir wollen hier nur kurz und knapp und exemplarisch umreißen, welche gewaltige Fallhöhe die etablierten oder „Qualitäts“-Medien von der Verkündung edler Motive und Bekenntnisse zu journalischen Standards bis hinunter zu den Niederungen der täglichen Wühlarbeit aufbauen. Die Auseinandersetzungen im politischen Meinungskampf werden nämlich nicht offen und transparent nur von den dafür bestimmten Organisationen und Parteien geführt, sondern auch von Missionaren und Meinungskriegern in Fernsehanstalten und Redaktionsstuben.

Natürlich gibt es hinreißend aufgesagte und treuherzig mit Dackelblick vorgetragene Statements von Verantwortlichen der eigentlich unparteiisch sein sollenden Medien. Während eines Tagesschau-Kommentars am 24. Mai 2017 sprach ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke folgende hehre Worte aus:

»Am wichtigsten aber: wir jubeln Ihnen keine Meinung unter, weder offen noch zwischen den Zeilen. Wir wollen informieren, nicht missionieren. Wir sind Journalisten, und keine Lügner.«

Wer wollte da nicht erleichtert zustimmen? Wer wollte sich nicht gern darauf verlassen: Meine Journalisten – meine Vierte Gewalt! Yes! Der informierte Bürger! Hurra!

Auch bei einer Podiumsdiskussion „Journalismus im Netz: Zwischen Fakten, Fake, Haltung und Hate“ auf der Medienkonferenz re:publica am 2. Mai 2018 bekräftigte Kai Gniffke sein Statement:

»Wir wollen jedem Menschen eine eigene Urteilsbildung ermöglichen.«

Dann aber, während der nächsten Sätze – Dunja Hayali und Georg Restle sitzen erst schmunzelnd und dann etwas betreten lächelnd daneben, dann grinsen sie ertappt auf ihre Kaffeebecher herunter und rutschen auf den Stühlen hin und her – denn da redet und redet und plaudert aus dem Nähkästchen und offenbart Kai Gniffke:

»Dass wir aber gerade zu Beginn der ganzen … äh, … AfD … des AfD-Großwerdens, Pegida-Phase, da hatten wir schon einen gewissen missionarischen Eifer. Ich glaube, wenn man sich unsere Texte anguckt, sind die alle irgendwie unangreifbar. Aber zwischen den Zeilen kam es aus jeder Pore, irgendwie: Ihr sollt die bitte doof finden. Das hatten wir … das hat 'ne ganze Weile gebraucht. Und deshalb haben wir das immer, immer da noch wie so ein Stigma noch da drangehängt: die rechtspopulistische AfD.« —

Das niedliche „Ihr sollt die bitte doof finden“ haben aber nun ein Großteil der Zuhörer, Zuschauer und Leser sehr ernst genommen. Nicht wenige haben sich anstacheln lassen. Sitzblockaden zur Verhinderung von Demonstrationen werden – medial legitimiert – als legale Reaktionen der „Zivilgesellschaft“ beweihräuchert. Störungen von Kundgebungen mißliebiger „Rechtspopulisten“ durch infernalisches Geschrei kommen kaum noch ins Protokoll der Sicherheitsbehörden. Selbst stille Gedenkminuten für die Dresdner Bombenopfer werden von „Antifaschisten“ mittels geballter Tontechnik entwürdigt. Einige Fanatiker haben Farbbeutel geworfen, Radmuttern gelockert oder zu Dachlatten gegriffen. Es ginge ja gegen „X“, und „X“ wäre keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Oder, wie es neulich Freund J. N. sagte:

»Sachliche Kritik von rechts ist „Hass&Hetze“. Hass&Hetze von links ist „Haltung“.«

Aber „X“ kann heute dies und morgen jenes sein. Das werden Kai Gniffke und Dunja Hayali und Georg Restle schon rundfunken. Deshalb schalten wir diese zwangsbezahlten Eiferer und Missionare nicht mehr ein.

Es gibt Besseres. Hier!

Wir wollen aber unsere Betrachtung nicht mit den verkniffenen Gestalten dieser Episode abschließen. Wir wollen uns lieber auf Eindrücke besinnen, die lange zurückliegen, die es aber wert sind, aufgefrischt zu werden. Vor dem geistigen Auge – und im Ohr – haben wir die Berliner Freiheitsglocke. Von 1950 bis zum Ende des RIAS wurde und wird heute noch im Deutschlandradio Kultur das Geläut übertragen, dazu die mahnenden Worte:

»Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.« —

Oder, wem doch etwas mehr Bodenhaftung lieber ist, kann ein Sinnspruch mit einfachen Worten Schwung verleihen und die Richtung weisen:

»Ich habe keine Zeit die zu hassen, die mich hassen.
Mit denen zu diskutieren, die mich sowieso nicht verstehen.
Mir Sorgen über die zu machen, denen ich egal bin.
Denn ich kümmere mich um die Menschen, die mich lieben.
Ich rede mit denen, die mich verstehen, und bin denen dankbar, denen ich wichtig bin.« —

 

Ihre Medienfackel
Herausgeber und Redaktion

 

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Zum Weiterlesen

 

Es gibt ganze Berge von Literatur, die das Misstrauen gegen die herrschende Presse oder die Presse der Herrschenden ausführlich und in vielen Facetten behandeln und begründen. An dieser Stelle soll stellvertretend auf einen Artikel aus Tichys Einblick hingewiesen werden. Sein Autor Laszlo Trankovits war mehr als 35 Jahre Büroleiter und Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur (dpa), unter anderem in den USA, im Nahen Osten, in Italien und Afrika.

»Die Einseitigkeit deutscher Medien signalisiert auch eine Krise der Demokratie und einen Niedergang in der politischen Kultur. Nur im politischen Siegestaumel gestehen totalitäre Systeme offen ein, dass sie totalitär sind. In den meisten autoritären Systemen wird die Schimäre einer Demokratie aufrechterhalten. Aber totalitäre Systeme – oder die Gefahr totalitärer Tendenzen in freien Ländern – lassen sich unschwer anhand der Verhaltensweisen ihrer Bürger erkennen. Wie groß ist die Angst der Menschen, ihre Meinung offen zu sagen? Wie sehr muss man in den Berichten der Medien zwischen den Zeilen lesen? In welchem Maße werden Vorschriften und Vorgaben für die richtige Sprache, die richtige Wortwahl, für den Alltag und das Privatleben erlassen? Wie sehr wächst die Zahl der verbotenen Worte, Thesen und Gedanken?« —

Gravierende Folgen der medialen Einseitigkeit
Journalismus 2021: arrogant, moralisch und schamlos
Die Ursachen für die gravierende Krise des Journalismus: die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit, der Kampf um Macht und Geld – nicht zu vergessen der allgemein wachsende Irrsinn in der freien Welt.

Von Laszlo Trankovits, 20. Februar 2021